Ein melancholisch-heiterer Buchtipp: Alte Zeiten, alte Freunde, wehmütige Erinnerungen.

Buchtipp Henry Miller: Jugendfreunde

Werbung

Der Titel lässt sie nur erahnen, der Untertitel dann keinen Zweifel mehr an der Stoßrichtung dieses kurzen Buches voller kleiner Erinnerungen: „Eine Huldigung an Freunde aus lang vergangenen Zeiten“. Große Zeiten, steinalte Zeiten, die es verdienen, auf- und hochzuleben – wenigstens in der Erinnerung (und wohl ausschließlich dort, denn anders geht sowas ja nicht, wenn sie erst einmal vorbei sind). Das vergisst man nur allzu oft. Deshalb dieser Buchtipp.

Werbung

 

In sieben Texten porträtiert Henry Miller wenige Jahre vor seinem Tod acht frühere Freunde.

 

Seine Herangehensweise ist auch eine Huldigung an die Freundschaft schlechthin, eine Beziehungskategorie, die in der liebesverliebten Moderne sträflich ins Hintertreffen geraten ist.

 

Es sind nicht so sehr die geschilderten Begebenheiten, denen dieses Buch seinen Reiz verdankt. Vielmehr geht es um den Zugang und den Ton, in dem es abgefasst ist. Da findet sich viel Herz und milder Blick auf die Gestalten der Kindheit und Jugend. Zwischen den Zeilen ist da häufig jedoch auch ein halb trauriges, halb romantisches Seufzen vernehmbar über das weit vorangeschrittene eigene Alter.

 

Wo sind sie hin, die vielen Jahre?

 

Lesen Sie und wünschen Sie sich, dass Sie auch einmal so zurückschauen können, mit Güte und Dank für ein an Erfahrungen und Empfindungen reiches Leben, das Ihnen viele Begegnungen geschenkt hat, ob Sie im Sonnenschein standen oder im Schatten.

Werbung

In Uwe Timms "Freitisch" ist ebenfalls ein Buch über alte Freunde - allerdings um solche, die sich nach Jahrzehnten zufällig wiedersehen und neugierig bis skeptisch mustern.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0