Peinlich aufgeführt? Böse gescheitert? Bleiben Sie so locker wie dieser Typ. Unter den Bestseller-Büchern!

Buchtipp Harald Juhnke (m. Harald Wieser): Meine sieben Leben

Werbung

Öffentlicher, selbstironischer und trauriger als der Entertainer Harald Juhnke hat sich noch keiner alkoholisch zugrunde gerichtet. So brutal Juhnkes Schicksal ist: Wenn es bergab geht, kennt er ein paar Tricks, Würde nicht völlig zu verlieren. Setzen Sie diesen Buchtipp um und Sie erfahren es.

Werbung

 

Juhnkes Autobiographie legt Zeugnis ab von einem Leben auf der ewigen Sinuskurve, oben der Ruhm, unten der Dreck.

 

Wie man trotz allem (einigermaßen) Haltung bewahrt und die Eleganz im zertrümmerten Dasein findet, lernen wir von ihm. Er verarbeitet seine Abstürze zur Kunst, witzelt in Fernsehauftritten über seine Krankheit und besingt sie in seinen Liedern. Er ist sich Material, knetet seine idiosynkratische Grundmasse fürs Publikum zu einem unterhaltsamen Gebilde, von dem man nicht immer genau weiß, was es eigentlich ist. Am Ende hat ihn sein Alkoholismus getötet. Heute ist er fast vergessen, wer unter 25 ist, wird höchstens einmal seinen Namen vernommen haben (und das auch nur in einem alten Ballermann-Hit, der dem großen und charmanten Star in keinem Fall gerecht wird).

 

Juhnke war sich nie zu schade, seinen Fans und dem kleinen Rest die volle Menschlichkeit zu zeigen, ohne dabei je selbstausstellerisch auf oberflächliche Schlagzeilen zu kalkulieren.

 

Sein Buch gibt auch einen Einblick in bundesdeutsche Theater-, Film- und Fernsehgeschichte und hält einen Menschen präsent, der längst nicht mehr unter uns ist, aber zu Lebzeiten in die Herzen der Massen kroch. Zu Recht, denn er kann ein Vorbild sein für den Umgang mit unabwendbaren Lastern, Unzulänglichkeiten und Abstürzen. Überzeugen Sie sich selbst!

Werbung

Auch Sebastian Horsley war ein selbstzerstörerischer Dandy wie Juhnke. In seiner Autobiographie schildert er sein rasantes Leben in Glamour und Gosse.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0