Der Typ in diesem Buchtipp ist gescheitert, ein Verlierer und lebt als Verdrängter, Außenseiter: Durchhalten und weitermachen kann er trotzdem.

Buchtipp Bernd Cailloux: Gutgeschriebene Verluste

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Die meisten von uns mischen semi-siegend bis scheiternd ein bisschen mit, sind aber nie richtig dynamisch und erfolgreich. Und auch nicht ewig jung.

 

Daher ein Buchtipp zum Thema: Wie man durchhält und weitermacht, wenn das Wild-Glorreiche bereits weit hinter einem liegt und man für die alten Sünden und Höhenflüge finanziell wie gesundheitlich immer noch teuer bezahlt. Das zeigt Bernd Cailloux in „Gutgeschriebene Verluste“.

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Im fortgeschrittenen Alter wird es schwieriger, glückliche Boheme aufrecht zu erhalten. Die Gläser sind (halb-)voll, aber die Flaschen sind leer – die letzte Runde des Lebens hat begonnen. Rückschau ist nicht mehr abzuwenden, Gegenwart von Vergangenheit nicht mehr freizuhalten. Erreicht im klassischen Sinne wurde nicht viel, es gab Räusche, wohl wahr.

 

Doch alles perdu, verheddert in den früheren Zeitläuften, als vieles bunter schien und sich aufregender gebärdete. Neue Liebe flammt. Kurz. Ein undefiniertes, mäanderndes Leben am Rand ist das Ergebnis, das hier bilanziert werden muss.

 

Trotzdem sollte es beschrieben werden, aufgeschrieben in Worten, die nur einem selbst gehören, weil sie ausdrücken, wer man ist. Diese Biografie hatte und hat ihren Sinn und Wert, ihre Schönheit, ihren Stolz. Ist der Erzähler auch ein „Übriggebliebener“, wie es gleich zu Anfang heißt, ein Verlierer und vom Schicksal Betuppter: Aufgeben muss er nicht. Er stellt sich dem Tag. Immer einen Fuß vor den anderen.

 

Tun Sie es ihm gleich!

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