Warum Sie Zufall und Unberechenbarkeit lieben sollten

Buchtipp Nassim Nicholas Taleb: Der schwarze Schwan + Antifragilität

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Leben ist Zufall, die Welt unberechenbar. Davor kann man sich fürchten – oder man lernt, es zu begrüßen.

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Die Region, die in München die für eine Großstadt obligatorische Rolle des etwas schlechter beleumundeten Stadtteils übernimmt, heißt „Hasenbergl“. Einer der Stadtteile, die den Job in Hamburg machen, heißt „Mümmelmannsberg“.


Es sind genau solche Parallelitäten, die einen zum Verschwörungstheoretiker werden lassen. Sicher: Gefühlt ist halb Hamburg irgendwie schlechter beleumundet, von daher kein großes Ding, dass auch Mümmelmannsberg dazugehört. Trotzdem: Hasenbergl, Mümmelmannsberg, und beide ähnlich. Das ist so blöd und abstrus, dass man nachdenklich dasteht, ohne recht zu wissen, worüber man nachdenken soll.


Das ist ein Zufall, aber wer gibt sich damit schon zufrieden? Den Zufall können wir nicht begreifen. Weder können wir vernünftig mit ihm rechnen und planen, noch verstehen, wie jemand Zufälle in die Welt einbauen kann. Alles sieht so durchgestylt und aufeinander abgestimmt aus, rückführbar auf Gesetze, dass uns der Zufall als Monstrum ereilt. Hätte ein Mensch die Welt erschaffen, der Zufall wäre nicht mit drin. Der Zufall ist unmenschlich.


Wir sind „planophil“, sicherheitsfanatisch. Wir haben weniger Angst vor schlimmen Heimsuchungen, wenn wir sie kontrollieren oder scheinbar kontrollieren können, als vor anstehenden Überraschungen, selbst wenn sie positiv sind. Das ungewisse Neue verliert seinen Schrecken nie ganz. Da bleibt man lieber beim in die sichere Unbefriedigung führenden, aber immerhin wohlbekannten Weg.


Umso mehr Freude bereitet es darum, sich für festgelegte Zeiträume dem Zufall zu überlassen. Ziellos durch die Gegend fahren. Ungezähmte Tage. Abweichungen von der Struktur. Ersatzloses Streichen von Orientierungspunkten. Es einfach mal anders machen.


Mit der Bereitschaft zum Zufall geben wir dem Schicksal die Chance, uns die nicht-planbaren Dinge des Lebens zukommen zu lassen.


Und all denen, die jetzt noch nicht überzeugt sind, sei gesagt: Es ist nicht so, dass das Schicksal diese Chance nötig hätte. Man lese nur „Antifragilität“ bzw. „Der schwarze Schwan“ von Nassim Nicholas Taleb.

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