6 Wege, wie Sie schnell und einfach passende Buchtipps finden: Book Affair, Lokibo, VLB-TIX etc.

Fast 100.000 jährliche Buchveröffentlichungen (Erst- und Neuauflagen) gibt es in Deutschland. Entsprechend schwierig gestaltet sich die Suche nach einem schnellen und einfachen Buchtipp, der zum persönlichen Geschmack passt.


In ihrer Ratlosigkeit greifen vor allem Gelegenheitsleser zu aktuellen Bestseller-Büchern und Neuerscheinungen – doch was gerade auf den einschlägigen Listen steht bzw. frisch erschienen ist, muss nicht immer das sein, was den Suchenden auch wirklich anspricht. Und selbst wenn eine Neuerscheinung gut zu seinen Anforderungen passt, muss er sie erst einmal finden – gar nicht leicht in der Vielfalt, die einen bisweilen erschlägt.

 

Wer keine Lust auf ewiges Stöbern in mehr oder weniger gut sortierten Buchhandlungen hat, für den bietet das Internet jenseits der ausgetretenen Pfade interessante Wege, Buchempfehlungen zu bekommen, die wirklich zu ihm passen.

 

Die Gemeinsamkeit der digitalen Wege, die ich hier vorstellen möchte, ist diese:

 

Sie fokussieren sich darauf, was das jeweilige Buch mit Ihnen, Ihrem Leben zu tun hat und ob es Ihrem Geschmack entspricht.

 

Und das sind die 6 Wege, mal populäre Websites, mal eher unbekannter und mal noch nicht einmal in Betrieb:

1. Book Affair

Book Affair ist ein noch nicht gelaunchtes, aber schon lange für den 15. Oktober 2015 angekündigtes Portal von Walter Mayer, das Bücher anhand von interessanten Themen schmackhaft machen und die Besucher mit Buchhändlern in ihrer Nähe verbinden will. Anfang 2016 ist es leider immer noch nicht gelauncht.

 

Es soll einen Blog geben, für den Buchhändler Leseempfehlungen verfassen. Außerdem möchte der Betreiber als tagesaktuelles Literaturmagazin Bücher zu aktuellen und zeitlosen Themen kuratieren. (Hier vermute ich eine kleine Ähnlichkeit zu meinem Blog BuzzNews.de). Kleine Spaß-Elemente wie z. B. Quizze, die im Netz bestens etabliert sind, sind ebenfalls geplant.

 

Darüber gelangt man zu den einzelnen Büchern, zu denen umfassendes Material verfügbar sein soll. Bestellt werden kann dann über eine Plattform bei Buchhändlern in der Nähe des Users.

 

Bewertung

 

Klingt nach einem spannenden Content Commerce-Projekt, wie Marketingleute wohl sagen würden: Authentische Buchhändler-Empfehlungen, Buchempfehlungen zu aktuellen Themen der Berichterstattung und zu zeitlosen Themenzusammenstellungen. Ich behalte das auf jeden Fall im Auge und wünsche dem Betreiber viel Erfolg!

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2. Lokibo

Lokibo erfasst in drei Schritten den persönlichen Geschmack des Buchsuchenden, indem zunächst mindestens ein Roman genannt und eingeordnet werden muss, der ihm gefallen hat. Danach kann man aus zahlreichen interessanten Themen wählen, die im Roman vorkommen sollen, und wählt zudem Eigenschaften, die er haben soll. Die Datenbank spuckt dann auf dieser Basis entsprechende Buchtipps aus.

 

Bewertung

 

Die Idee ist grandios und ähnelt im Ansatz ebenfalls BuzzNews.de. Ein Haken besteht darin, dass die Nennung eines Romans, der mir gut gefallen hat, unbedingt notwendig für eine Buchempfehlung ist – aber genau darüber will ich eigentlich nicht nachdenken, wenn ich ein neues Buch suche. Das ist eine Hemmschwelle und mutmaßliche Absprungrampe für User.

 

Schade, denn die Empfehlungen, die man hinterher bekommt, sind tatsächlich sehr brauchbar und es macht Spaß, mit Kategorien-Kombinationen zu spielen.

3. MyBook

Auf MyBook bekommt man, wie es scheint, Buchempfehlungen von echten Menschen auf Basis einer individuellen Vorab-Information über wünschenswerte Eigenschaften des Buches.


Zunächst muss man angeben, ob man etwas für sich selbst oder für andere sucht und welchem Geschlecht man angehört (wobei es, soviel sei warnend gesagt, nur zwei alternative Auswahlmöglichkeiten gibt). MyBook interessiert sich auch für die Leseintensität: Vielleser, Wochenendleser oder Gelegenheitsleser. Wo man seine Lektüre pflegt, will die Plattform ebenfalls wissen, etwa Bus, Badewanne, Bett, Sofa, Schreibtisch, draußen etc.


Die beiden klassischen Kernmotivationen fürs Lesen werden zusätzlich abgefragt: Entertainment oder Bildung (beides im weitesten Sinne). Nicht wie alt man ist, sondern wie alt man sich fühlt, fragt die Plattform schließlich. Dann geht es endlich zu den Eigenschaften und dem Genre des zu empfehlenden Buches. Optional können noch Lieblingsautoren und -bücher ergänzt werden. Schlussendlich wird gefragt, welche Bücher man bevorzugt, ob Bestseller, Klassiker, Neuerscheinungen oder Geheimtipps. Und dann … muss man sich für einen E-Mail-Newsletter eintragen.


Bewertung


Die Buchempfehlungen sind nicht schlecht bis gut, daher empfehle ich das Portal durchaus.


Aber:


Die Prozedur bis zu den Buchtipps verlangt zu viele Informationen und zu viel Nachdenken vom User. Einige der Fragen sind in ihrer Relevanz nicht transparent und eher hinderlich – ich will gute Bücher unter den lieferbaren finden und mich nicht im Vorfeld auf Klassiker, Neuerscheinungen o. ä. festlegen, wenn ich es nicht schnell revidieren kann. Das Variieren der eigenen Antworten ist generell nicht so einfach und leichtgängig, wie es sein sollte.


Vom Newsletter war vor dem letzten Feld nie oder jedenfalls nicht deutlich genug die Rede, was Enttäuschung hervorruft: Eigentlich will man nach diesem Prozess sofort Buchtipps erhalten, anstatt noch seine Kontaktdaten rauszurücken. Der Newsletter kam dann auch, glaube ich mich zu erinnern, etwas zu häufig ins Postfach geflogen, sodass die Frequenz störte.


Trotzdem:


Eine Plattform, die man nutzen kann, um Entdeckungen zu machen.

4. Lovelybooks

Lovelybooks: Ein soziales Netzwerk für diejenigen, die manche heute immer noch mit den abstoßenden Begriffen „Leseratten“ oder „Bücherwurm“ bezeichnen. Um Buchtipps zum eigenen Geschmack zu erhalten, muss man seine Lieblingsbücher angeben. Denn so findet man dort andere mit ähnlichem Geschmack. Viele weitere Funktionen rund um Bücher.


Bewertung


Wirklich nur was für Buchfans, eher ungeeignet für den schnellen Tipp auf Basis des eigenen Geschmacks. Einzig die Kategorie „Neu & Beachtenswert“ gibt schnell Unterstützung bei der Buchsuche durch authentische Leserzitate aus der Community. Es fehlt jedoch an einem Zuschnitt auf den eigenen Geschmack und einer Darstellung, die es erlaubt, das Wesentliche schnell zu erfassen – zumindest nach meinem Eindruck.

5. Buchblogs wie BuzzNews.de und Booktuber

Der Betreiber von lesestunden.de hat eine fast eintausend Einträge umfassende Liste mit deutschsprachigen Buchbloggern zusammengestellt, die er nach deren Vernetzungsgrad sortiert. Wahnsinn, guter Überblick. Natürlich weiß man dann noch nichts über die Ausrichtung der vielen Blogs und darüber, warum man sie lesen sollte.

 

Grundsätzlich besteht der Charme der Blogs darin, dass nicht professioneller Kritiker gelehrt zum Volke spricht, sondern geerdeter Buchliebhaber zu Buchliebhaber auf Augenhöhe. Echter Lesespaß, persönlich und menschlich vermittelt.

 

Bei BuzzNews steht dieser menschelnde Faktor – ich gebe es zu – etwas hinter der nutzwertigen Information für den potenziellen Leser zurück. Trotzdem: Ehrlich zu sein nehme ich für mich natürlich in Anspruch!

 

Wer einen Buchblog gefunden hat, dessen Artikel ihm gefallen, der sollte dort öfter vorbeischauen und die vom Betreiber empfohlenen Blogs zusätzlich besuchen.

 

Mancher mag lieber Bewegtbild als Text – dafür gibt es vermehrt Booktuber, also Menschen, die über Bücher reden, sich dabei filmen und das Opus auf Youtube stellen. Auch ich wage auf diesem Gebiet richtig schön dilettantische Gehversuche.

 

Der Begriff ist seit einigen Jahren bekannt und erfreut sich deutlich zunehmender Beliebtheit, im deutschsprachigen Raum allerdings hat er nur sehr vereinzelte Resonanz gefunden.

6. VLB-TIX

Noch ist VLB-TIX in der Testphase, daher nur für einige Auserwählte offen (für mich nicht). Im Dezember 2015 soll es dann losgehen. Klingt vielversprechend: Alle Buch-Neuerscheinungen, filterbar nach diversen Kriterien und Schlagworten.

 

Primär gedacht für Buchhändler und Journalisten, können sich auch Blogger dort anmelden - und  auch jeder andere! -, um alles zu allen neuen und geplanten deutschsprachigen Titeln gebündelt zu sehen.

Fazit

Im Internet gibt es verschiedene gute Webseiten, um Buchtipps zu bekommen, die zu interessanten Lebensthemen und zum eigenen Geschmack passen. Einige sind noch nicht gelauncht, lassen aber Schönes erwarten.

 

Der Vielleser kennt die Ratlosigkeit in Bezug auf seine nächste Lektüre wahrscheinlich weniger als der Gelegenheitsleser. Beide aber können von den Angeboten profitieren, indem sie neue Entdeckungen machen, ob Bestseller, Geheimtipp oder Neuerscheinung.

 

Und der Gar-nicht-Leser findet über den Umweg der Lebensthemen und des persönlichen Geschmacks womöglich zu einer Literatur, die für ihn vorher versteckt und uninteressant gewesen ist.

 

Das wäre eines der schönsten Resultate.

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