Bücher, die man gelesen haben muss - Ein kontroverser Literaturkanon

Im Folgenden liste ich alle Bücher auf, die man gelesen haben muss. Es handelt sich, soviel darf ich verraten, um die besten Bücher aller Zeiten!

Nicht nur, aber auch als Weihnachtsgeschenke geeignet.

 

Ein eigenwilliger, massiv kontroverser Literaturkanon, dessen ausgewählte Titel der Nutzen klammert, durch die Lektüre Leben und Denken potenziell zu verändern.

 

Man blickt dann anders, oft freier, jedenfalls bereicherter auf das Dasein, macht vielleicht auch einen Unterschied. Mit einem ausgeprägten Sinn für die Vielfalt der Welt und die Schönheit der Sprache.

 

Es kommen anerkannte Klassiker vor und abseitige Werke. Nicht der Bildungsbürger im angeberischen Sinne des Wortes, sondern eher schon der altmodisch klingende Freigeist steht Pate bei der Auswahl.

Werbung


Romane und Erzählungen, die man gelesen haben muss

Werbung

Thomas Mann

 

In den höchsten Wipfeln der Sprache stattfindender Schelmenroman über die großen Themen: Selbst- und Fremdwahrnehmung, Selbstverzauberung, Schaffung einer eigenen Phantasiewelt, der sich die Realität sukzessive fügt. Da schlawinert sich ein eingebildeter Beau durchs Leben und versetzt einen mit seinem feinen Parlando und dem eleganten Jargon in andere Sphären.

 

Thomas Mann

 

Wilhelm Genazino

 

Flanieren muss man erst wieder lernen. Die aus der Mode gekommene Tätigkeit lockt mit einem in hektischen Zeiten ungekannten Bei-Sich-Sein. Der Protagonist betrachtet die Kleinigkeiten der Welt um ihn herum und führt uns das Glück des Erkennenden vor, der sich unbeteiligt und höchstens leicht melancholisch durch die atemlose Umgebung bewegt.

 

Thomas Mann

 

Sonstige Belletristik inkl. Gedichte, die man gelesen haben muss

Ludwig Reiners

 

Ein Buch für alle Lebenslagen, zu dem man immer greifen kann. Große Wortkunst bannt die conditio humana in musikalische, zauberhafte Gebilde, so gut, dass man vergisst, wie ätzend man Gedichte in der Schule mal fand. Trostspender, Mutzusprecher, Aufmunterer, Schicksalsbewältiger - das sind die Gedichte dieser gigantischen Kompilation. Man liest und denkt sich: Ach, ja, schööön! Eine Feier der Existenz. Auch da, wo es finster zugeht.

 

Hermann Hesse

Werbung


Sachbücher inkl. (Auto-)Biographien u. ä., die man gelesen haben muss

Michaela Karl

 

Joachim Meyerhoff

 

Praller als Meyerhoff erzählt niemand aus seinem Leben. Schlapplachen und hinterher gar nicht mehr wissen, weshalb, fast weinen und die Ursache ebenfalls beinahe vergessen - das sind die Wirkungen, die von diesem Buch (und dem Folgeband, s. eine Etage tiefer) ausgehen. Mit großen Stauneaugen erfahren wir das Abenteuer Amerika-Auslandsjahr eines Jugendlichen - das aber vor allem auch Erwachsene zu Tränen rühren dürfte. Für mich ist der Autor die größte erzählerische Entdeckung der letzten Jahre. Wahnsinn, faszinierend, treffsicher.

 

Joachim Meyerhoff

 

Zum Teil vorher, parallel und nach der Handlung aus seinem Erstling spielt der zweite Band von Joachim Meyerhoffs Reihe. Dieses Mal über seine Zeit als Sohn des Psychiatriedirektors Dr. Hermann Meyerhoff, dessen Familie mitten auf dem Gelände der Anstalt in Schleswig wohnt. Der kleine Joachim begegnet den Patienten täglich und weiß die tollsten Geschichten zu erzählen. Aber nicht nur über sie, auch über den Rest der Familie und einige Nebenfiguren lachen und weinen wir - geniales Buch. Zum Ende wird es dramatisch, richtiggehend brutal, Leben satt. Das Buch schleudert einen wüst herum und ist getragen von der schönen Melancholie der Vergänglichkeit. Es passiert ja selten, dass man als Erwachsener bei einsamer Lektüre noch lacht - hier habe ich das mal wieder erlebt, und vielen ging es ähnlich.

 

Wie man sich sein Leben rückwirkend interessant macht, indem man es gut erzählt, wie man das Vergangene zurückholt, um es auf großer Bühne mit neuer Vitalität zu füllen - das zeigen Meyerhoffs Bücher.

 

Jürgen Harksen

 

Wie geht das: Trickbetrug? Wie stapelt man mal so richtig hoch? Wie erschleicht man sich 150 Millionen DM (respektive fast 77 Mio. Euro) mit heißer Luft? Wie funktioniert die menschliche Psyche, wie beruhigt man sie, hält sie geduldig, lullt sie ein - und wie schützt man sich davor? Jürgen Harksens Buch gibt Antwort auf die denkbar unterhaltsamste Weise. Eine grandiose Posse über Gier und Scheitern, über Seifenblasen und ihr Platzen. Rasanter Schelmen-Ritt durch die Upper Class mit lehrreichen Einblicken. Kaum zu fassen, dass das wirklich so passierte.

 

Helge Timmerberg

 

Sebastian Horsley

 

Howard Marks

 

Daniel Kahneman

 

Rüdiger Safranski

 

Ronald Miehling mit Helge Timmerberg

 

Richard Rorty

 

Robert Pfaller

 

Ian Robertson

 

Chefs krümeln mehr - und andere, bedeutendere Einsichten in die Wirkung, die Macht und Erfolge auf unser Verhalten und unsere Psyche ausüben, gibt es in diesem eingängigen Buch. Erweitert unser Wissen über uns selbst und unsere Vorgesetzten, erleichtert den Umgang, präpariert für eventuell irritierende Situationen.

 

Michael Korth

 

Arthur Schopenhauer

 

Wolfgang Engler

 

Ein unaufgeregtes, ungemein kenntnisreiches und grundsätzliches, also beinahe philosophisches Plädoyer fürs bedingungslose Grundeinkommen. Öffnet den eigenen Horizont und weist in eine bessere, weil freiere Zukunft ohne Existenzsorgen. Wer das jetzt unrealistisch findet, sollte dringend zur Lektüre schreiten. Denn denken ist besser.

 

Oscar Wilde

 

Theo Roos

 

Erich Fromm

 

Trotz der teils stumpfen Metaphysik ist dieser Klassiker bis heute ungebrochen lesenswert, um lebenspraktisch wieder auf Spur zu kommen. Kurz: Hört auf, euer Glück im Erwerb von toten Gegenständen zu suchen, und beginnt, in euer produktives Sein einzutreten. Sehr anschaulich mit Beispielen und kurzweilig kontrastiert der Autor zwei Lebensweisen, um einen Hinweis zu geben, wo das Glück warten könnte.

 

Joseph Stiglitz

 

Jahrzehntelang glaubten wir, dass materielle Gleichheit schlecht ist für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. Und Ungleichheit gut. Dass dies nur sehr eingeschränkt gilt und sich sogar ins Gegenteil verkehren kann, zeigt Nobelpreisträger Stiglitz. Gibt Hoffnung auf eine bessere Welt.

 

E. M. Cioran

 

Entfaltet eine paradoxe Kraft, die ins Leben zieht. Deprimierender wurde kaum je philosophiert, wahr und bedenkenswert sind die dunklen, leicht verständlichen Aphorismen durchweg. 

 

Erich Fromm

 

Daron Acemoglu / James A. Robinson

 

In diesem Buch wird genau eine Hauptthese vertreten und historisch bestätigt: Arm sind und bleiben die Nationen, die extraktive, also weite Teile der Bevölkerung ausschließende politische und wirtschaftliche Institutionen aufweisen. Wohlhabend und erfolgreich diejenigen, die inklusive, also einschließende Institutionen haben.

 

Wenn es so einfach ist, warum schwenken dann nicht alle Staaten um? Zum einen gibt es ideologische Barrieren - die sind aber zu vernachlässigen. Die Antwort lautet: Weil es einer winzigen Minderheit nützt, wenn viele nicht teilhaben können - auch wenn dadurch der Wohlstand insgesamt kleiner wird, als er sein könnte. Denn die Mitglieder der elitären Minderheit partizipieren stärker als in einem System, in dem viele teilhaben können. Extraktive und inklusive Institutionen scheinen sich, Nebenthese, jeweils zu verstärken. Eindrucksvolle, lehrreiche Darstellung verschiedener wirtschaftlicher und politischer Situationen der Menschheitsgeschichte, die sich auch Prognosen zutraut.

 

Alain de Botton

 

Wilhelm Schmid

 

Peter Wiechens

 

Hans-Jürgen Heinrichs

 

Souverän ist nicht der an sich haltende Klein- und Spargeist, sondern der Selbstverschwender, der sich mutig aufs Spiel setzt, indem er Grenzen überschreitet. Der sich riskiert. Der aufs Ganze geht und so zum Ganzen geht - dem Ganzen des Seins, der Bewegung -, um sich mit der Kontinuität des Seins zusammenzuschließen.

 

Hans-Jürgen Heinrichs wirft uns Georges Batailles Lebensphilosophie in lockeren, verständlichen, hochvitalen Texten hin, die mitreißen in einen lustvollen, gefährlichen Strudel. Existenz ist Exzess. Gutes Gegengift zu den Vernünfteleien der getriebenen, unhinterfragten Selbstoptimierung - ohne diese völlig aufgeben zu müssen.

 

James Boswell

 

Wie viele Biographien kennst du, die von jemandem geschrieben wurden, der den "behandelten" Menschen über viele Jahre täglich hautnah freundschaftlich begleitet? Und der dann noch über eine Pointensicherheit und Skizzenkompetenz im Schriftlichen verfügt? Das Buch ist hierzulande nur Eingeweihten ein Begriff, in Angelsachsen ist es ein Riesenerfolg bis heute. Kein Wunder: Selten erschien ein Mensch so plastisch, so voll und direkt aus seinem Temperament gegriffen vor uns. Humor, Witz, Esprit trotz allem, so gelingt das Leben des Samuel Johnson - so gelingt Leben generell?

 

Ludger Lütkehaus

 

Das westliche Denken ist seinsgetrieben und nichtsvergessen: Wir machen, schaffen und streben, wir wollen und bauen und türmen und tun - und vergessen dabei das Nichts, das vor unserer Geburt und nach unserem Tod "ist". Es lauert da nicht auf uns, denn es ist schlechthin nichts, also wir sind dann eben nicht (mehr), sodass wir auch nichts vermissen werden (mutmaßlich).

Dieses Nichts muss kein Grauen erregen, man kann ihm gelassen entgegensehen und schon im Leben, im Sein davon profitieren, sich zu vergegenwärtigen, dass es ein völlig neutrales Anderes ist. Unsere übliche Sorge ums Sein scheint vor dem "Panorama" des allumfassenden Nichts gelegentlich übertrieben. Das Nichts ist nichts Schlimmes, jedenfalls nicht schlimmer als das Sein. Wir müssen ihm nicht ausweichen, sondern es anerkennen als die eine Pendelbewegung des Lebens, ohne die es die andere nicht gibt.

 

Ludger Lütkehaus verfolgt diesen furiosen Gedanken und beleuchtet die Philosophiegeschichte im Kontrast von Sein und Nichtsein - denn das, so ein Spruch aus dem Klappentext, ist nicht etwa die Frage. Sondern bereits die Antwort. Entspannt euch!

 

Friedrich Nietzsche

 

Haus- und Hofphilosoph dieser Website. Vielleicht der meisgehasste, meistzitierte, kontroverseste Denker der Welt. Fordert heraus, schenkt neue Perspektiven auf Wahrheit und Wirklichkeit, auf das Leben generell. Und zwar meistens in kleinen, frischen Sentenzen, nicht in ellenlangen trockenen Abhandlungen.

Wahrheit nicht als Erkenntnis, sondern als ein Erschaffen. Das dionysische Lebensgefühl des Stirb und Werde, des Entstehens und Vergehens, des Schaffenden und Vernichtenden, der Rausch des Daseins - und so viel mehr.