Schief ins Leben gebaut: Entweder Sie ertragen Sebastian Horsley nicht oder lieben ihn. Buchtipp Dandytum.

Buchtipp Sebastian Horsley: Dandy in der Unterwelt

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Er ist eine „sinnlose Explosion von Farbe in einer sinn- und farblosen Welt“, stimmt der Dandy Sebastian Horsley gleich am Anfang seiner Autobiographie auf das Kommende ein. Bei diesem Buchtipp wird auch Ihre Welt um mehr als einige Nuancen knalliger angepinselt sein.

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Sein Leben ist ein tragischer Tanz, schnell und hart und schwer gestört. Er findet das Aperçu noch in der hüfttiefen Jauche stehend, sprüht vor Witz und verballert seine ererbten Millionen in unterschiedlichen Engagements (Prostituierte, Drogen, Kunst und derlei mehr). Ist jedoch viel zu unbescheiden, um sein kolossales Scheitern aufs Finanzielle zu beschränken. Er ist so paradox wie sein Buch, das ein "Geheimtipp-Bestseller" geworden ist.

 

Mit Grandezza führt er durch sein stilisiertes Leben, wie ein im Wind sich bauschendes Handtuch an einem Haken, dessen Schrauben langsam aus der Wand rutschen. Schaumige Unterhaltung, rasant und derb. Große Show eines dandyesk unbrauchbaren Eigensinns, der gegen die Vernunft der ausgewogenen Mitte, der Balance und des Funktionierens die selbstzweckhafte Schönheit einer Blume und den Exzess ihrer selbstverschuldeten Verwelkung ins Feld führt. Von diesem Dandyismus können Sie sich eine Scheibe abschneiden.

 

Schnallen Sie sich an und lernen Sie den herausragend kaputten und leider bereits an einer Überdosis Heroin verstorbenen Sebastian Horsley kennen!

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Unter anderem ein Dandy war auch Harald Juhnke, und die Trommel für ein gefährliches Leben am Abgrund hat er ebenfalls geschlagen in seiner Autobiographie. Dabei ist er immer elegant, lässig und halbwegs souverän seinen eigenen, spielerischen Weg gegangen, ein Weg voller Rausch, Intensität und Abstürze, voller Ruhm, Glamour und Dreck, voller Siege, Niederlagen, Triumph und Scheitern, ohne die Würde zu verlieren.

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