Einfache Berechnung der Reichweite eines Online-Clippings – zur groben Einschätzung

Im Folgenden zeige ich eine einfache Überschlagsrechnung, mit der Sie die Reichweite Ihrer Online-Clippings für Ihr PR-Reporting besser einschätzen können.

Wenn es darum geht, die Reichweite eines Online-Clippings zu bestimmen, erhält man oftmals keine guten Zahlen. Häufig werden in der Medienbeobachtung verlegenheitshalber schlicht die monatlichen Visits des gesamten Portals angegeben, auf dem die Veröffentlichung stattfand.

 

Das ist natürlich kein Maß für die Reichweite des einzelnen Artikels und nicht einmal eine gute Kennzahl, um den eigenen Erfolg über einen längeren Zeitraum zu vergleichen. Denn neben der reinen Bruttoreichweite des News-Portals spielt es eine enorme Rolle, wie viele Artikel darauf erscheinen und wo der Artikel mit Ihrer PR-Botschaft wie lange stand.

Reichweite eines Online-Clippings: 75 % der monatlichen Page Impressions / Anzahl der monatlichen Artikel

So erhalten Sie eine grobe Einschätzung der Reichweite Ihrer digitalen Veröffentlichungen auf Fremdportalen im Rahmen Ihrer PR-Aktivitäten: Von den gesamten monatlichen Page Impressions des Portals ziehen Sie 25 % ab.

 

Begründung: Diese entfallen auf langfristigen SEO-Traffic und interne Content-Promotion für ältere Artikel (das Archiv, zu dem Ihr Artikel evtl. auch bald gehört, was wir aber unberücksichtigt lassen), auf Bildergalerien und sonstige Klickschindereien. Darüber hinaus wird die Verteilung der Reichweite pro Artikel sehr ungleich sein.

 

75 Prozent der Page Impressions pro Monat geteilt durch die Anzahl der neuen Artikel pro Monat ergibt einen ungefähren Näherungswert für die Reichweite Ihrer Online-Veröffentlichung.

 

Man weiß danach, wie viele Page Impressions ein Artikel erhält. Da man davon ausgehen kann, dass niemand einen Artikel doppelt liest, können wir diese Zahl mit der Anzahl der Personen, die ihn gelesen haben, gleichsetzen. Wenn ein Artikel aufgerufen wird, dann in den meisten Fällen von unterschiedlichen Personen.

 

Natürlich ist dieser Wert nicht mehr als eine grobe Annäherung. Trotzdem ist dies eine brauchbare, einfache Indikation zur tatsächlichen Reichweite Ihrer digitalen Sichtbarkeit auf fremden Newsportalen, auf deren Analytics-Tools Sie keinen Zugriff haben und über die Sie nichts weiter erfahren können.

Anzahl der Page Impressions herausfinden

Die Page Impressions finden Sie

  • in den Mediadaten des jeweiligen Mediums
  • bei der IVW (Nutzungsrechte beachten)
  • als Schätzwert bei Similarweb
    Hier müssen Sie die Visits mit den Page Impressions pro Visit multiplizieren.

Anzahl der Artikel pro Monat ungefähr bestimmen

Falls Sie die Anzahl der Artikel pro Monat nicht ermitteln können (was der Regelfall sein dürfte), dann rechnen Sie mit folgenden Werten - für die wieder gilt: sehr grobe, aber wohl eher konservative Näherung (= Artikelanzahl zu hoch angesetzt), trotzdem brauchbar:

Monatliche Portal-Visits Artikel pro Monat
< 0,5 Mio. 250
0,5 Mio. -  1 Mio. 500
1 - 2,5 Mio. 1.000
2,5 - 10 Mio. 1.500
> 10 Mio. 2.000

Es kommen also im Regelfall - abgesehen von Clippings auf den wenigen echten Reichweiten-Dickschiffen in Deutschland - jeweils ein paar tausend tatsächliche Artikelviews dabei heraus.

 

Näheres zur Bestimmung der Reichweite eines Online-Clippings haben die Spezialisten von Echobot in einem Whitepaper dargestellt.

Wenn ihr Artikel auf der Startseite des Mediums stand

Befand sich Ihr Artikel auf der Homepage (Startseite) des Mediums, dürfen Sie zu der mit obiger Formel errechneten Reichweite weitere Reichweite addieren, da die Startseite bei den journalistischen Medien eine große Aufmerksamkeit erhält und entsprechend auch mehr Menschen den Artikel mit Ihrer PR-Botschaft geklickt haben.

 

Sie führen also obige Rechnung durch und ergänzen den Wert um das Ergebnis aus folgender Rechnung:

  1. Prozent der Zeit, die ein Artikel in einem Monat auf der Startseite war.

    Beispiel: 1 Tag Startseite = 1/30 des Monats = 3,33 %. 3,33 % des monatlichen Startseiten-Traffics, gemessen wieder in Page Impressions, entstanden zu einer Zeit, als Ihr Artikel dort stand.

  2. Verortung des Artikels: An welcher Stelle der Startseite stand er?

    Der Traffic für die einzelnen Artikel dürfte auf der Startseite sehr ungleich sein. Deshalb nehme ich folgende Verteilung an:

    - Erste 10 Haupt-Beiträge: 60 % des Traffics

    - Nächste 15 Haupt-Beiträge: 30 % des Traffics

    - Rest (bei unendlichem Weiterladen: bis zum ersten Weiterladen): 10 % des Traffics

    Haupt-Beiträge sind die mit der großen Überschrift. Manche Medien verlinken unter denen andere, oft ältere Artikel, die zu dem Thema passen - die ignoriere ich, da die Verlinkungen im Regelfall nur sehr kleine Schriftgrößen aufweisen. Genauso ignoriere ich den Traffic, der gar nicht weitergeführt wird, da ich glaube, dass dieser verschwindend gering ist. Den Startseiten-Traffic finden Sie ebenfalls bei der IVW oder (hoffentlich) in den Mediadaten des jeweiligen Mediums.

  3. Traffic für die Gruppe, zu der der Artikel gehört / Anzahl der Artikel in der Gruppe = Zusätzliche Reichweite des Artikels

    Bei den ersten beiden Gruppen ist die Anzahl der Artikel klar (10 und 15), bei der dritten müssen Sie zählen.

    Diesen Wert addieren Sie nun zu dem aus der obigen Rechnung, um die Reichweite Ihres Artikels zu erhalten - sehr grob geschätzt auch hier, aber plausibel und als Faustformel realistisch. Durch eine Integration im oberen oder mittleren Teil der Startseite eines großen Mediums dürfte sich die Reichweite Ihrer PR-Botschaft im Regelfall drastisch erhöhen.

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