Markendreiklang wird zum Botschaftsdreiklang

Der Botschaftsdreiklang: Eine Modifizierung des Markendreiklangs
Der Botschaftsdreiklang: Eine Modifizierung des Markendreiklangs

Der klassische Markendreiklang (oder Markenstatus) beschreibt allgemeine Kommunikationsziele von Brands und eignet sich als Struktur, um die Stärke der Marke bei der Zielgruppe darzustellen:

 

Bekanntheit - Sympathie - Verwendung

 

Ich habe ihn moderat reformuliert, um die einzelne Zielerreichung für jegliche Kommunikationsmaßnahmen und Zielgruppen (Stakeholder) von Organisationen zu erfassen.

 

Organisationen wollen diese drei Ziele möglichst kostengünstig erreichen. Grundsätzlich müssen jede Kommunikationsdisziplin und sogar jede Maßnahme ihre diesbezügliche Leistungsfähigkeit nachweisen. Dabei sollte, nicht zuletzt bei der Attribuierung von Touchpoints, jedoch nicht vergessen werden, dass in der Kommunikation das Ganze oft mehr ist als die Summe seiner Teile und es deshalb auf einen vielfältigen Mix mit unterschiedlichen Gewichtungen ankommt.

 

Man kann den Botschaftsdreiklang auch als allgemeine Checkliste verwenden, um geplante Maßnahmen zu prüfen.

Der Botschaftsdreiklang

Dimension

Erläuterung

Bekanntheit Stakeholder kennen und verstehen die Botschaft.

Sympathie

Stakeholder vertrauen ihr und mögen sie.
Handlung Stakeholder handeln in ihrem Sinne und tragen sie weiter.

Die drei Dimensionen beziehen sich auf die Zielgruppengröße. Die Analyse-Fragen lauten:

  • Wie viel Prozent unserer Zielgruppe kennen und verstehen die Botschaft?
  • Wie viel Prozent unserer Zielgruppe sympathisieren mit ihr?
  • Wie viel Prozent unserer Zielgruppe handeln in ihrem Sinne und tragen sie weiter?

Die Werte fallen natürlich im Regelfall von der ersten zur letzten Frage ab. Denn wer die Botschaft nicht kennt und versteht, kann sie auch nicht sympathisch finden und sich nur zufällig und damit eher selten wie gewünscht verhalten.

 

Der Botschaftsdreiklang ist ein gutes Framework für die Ziele von Kommunikation. Im Folgenden formalisiere ich auch den Weg zu diesen Zielen und die notwenigen Schritte, sodass sich eine komplette Systematik ergibt.

Systematik organisationaler Kommunikation

Ziel

Bekanntheit - Sympathie - Handlung

 

Das ist der von mir in Anlehnung des Markendreiklangs so genannte Botschaftsdreiklang, wie ich ihn eben erläutert habe.

Weg

Netto-Reichweite - Kontakthäufigkeit - Kontaktqualität

  • Netto-Reichweite: Anzahl der erreichten Personen in einem bestimmten Zeitraum.
  • Kontakthäufigkeit: Anzahl der Kommunikationskontakte pro erreichter Person in einem bestimmten Zeitraum. Das Produkt aus Netto-Reichweite und Kontakthäufigkeit ergibt die Brutto-Reichweite, die Anzahl der erzielten Kontakte.
  • Kontaktqualität: Ein Maß für den Impact, den ein Kommunikationskontakt hat.

Um diese drei Werte zu verbessern, also den Weg zum Ziel einzuschlagen, muss man fünf Schritte gehen; fünf Dinge, die man festlegen und ggf. korrigieren muss.

Schritte

Wer - Was - Wie - Wann - Wo

  • Wer: Absender der Botschaft
  • Was: Botschaft(en) und sonstige Inhalte
  • Wie: Gestaltung des Absenders, der Botschaft und der sonstigen Inhalte in den Dimensionen Schrift, (Bewegt-)Bild, Ton, Tonalität, Dauer und Größe. Nicht in jedem Kanal sind alle Dimensionen gleichermaßen gegeben oder beeinflussbar.
  • Wann: Zeitpunkte des Kontaktes
  • Wo: Kanäle und Platzierung innerhalb der Kanäle

So viel zur Systematik organisationaler Kommunikation. Sie ist eine gute Orientierung, auch wenn man im Alltag aus Mangel an Ressourcen oder strukturellen Gründen nie alle Punkte frei gestalten und sauber messen kann.

Die Marke im Marketing

In der heutigen überfluteten Marktlandschaft ist es für Unternehmen unerlässlich, aus der Masse herauszustechen. Hierbei fungiert die Marke als das entscheidende Instrument, um die eigenen Angebote von der Konkurrenz abzugrenzen. Während das Recht vor allem auf den Schutz bestimmter Symbole schaut, betrachtet das Marketing die Marke als ein komplexes Gebilde aus Identität und Kundenwahrnehmung. Eine wirklich starke Präsenz sorgt dafür, dass Käufer ein Produkt allein an seinen Merkmalen erkennen, selbst wenn kein Logo sichtbar ist.

Warum Kunden auf Marken vertrauen

Für den Verbraucher übernimmt ein etablierter Markenname eine wichtige Orientierungsfunktion beim Einkauf. Er wirkt wie ein unsichtbares Gütesiegel, das eine beständige Beschaffenheit und Verlässlichkeit garantiert. Über den rein praktischen Nutzen hinaus bietet der Erwerb eines Markenartikels oft auch einen emotionalen Mehrwert. Diese positiven Erfahrungen führen dazu, dass Käufer einer Firma langfristig die Treue halten und eine tiefe Bindung aufbauen.

Strategische Vorteile für Unternehmen

Firmen nutzen Marken gezielt, um ihren Produkten ein unverwechselbares Gesicht zu verleihen. Durch eine klare Profilierung heben sie sich von Mitbewerbern ab und können ihre Vorzüge deutlicher kommunizieren. Im Handel ermöglichen Eigenmarken zudem, preiswerte Alternativen anzubieten und so das Image des gesamten Sortiments zu steuern. Ein positiver Ruf schlägt sich letztlich nicht nur in den Verkaufszahlen nieder, sondern erhöht auch den gesamten finanziellen Wert eines Betriebs.

Der Weg zur unverwechselbaren Identität

Die Entstehung einer Marke ist ein geplanter Prozess, der weit vor der Gestaltung eines Logos beginnt. Zuerst müssen Unternehmen definieren, welche Werte und Visionen sie verkörpern wollen. Auf dieser Basis wird ein einprägsamer Name gesucht und ein passendes Design entworfen, das über alle Kanäle hinweg einheitlich auftritt. Durch eine kluge Strategie und gezielte Kommunikation in sozialen Medien oder durch klassische Werbung wird die Marke schließlich im Bewusstsein der Zielgruppe verankert.

Rechtliche Absicherung und Vielfalt

Damit die Exklusivität gewahrt bleibt, ist eine offizielle Anmeldung beim Markenamt sinnvoll. Dabei können verschiedenste Formen geschützt werden, von Schriftzügen und Abbildungen bis hin zu spezifischen Klängen oder dreidimensionalen Verpackungen. Wichtig ist, dass die gewählten Zeichen eine ausreichende Eigenständigkeit besitzen und nicht lediglich den Inhalt beschreiben. Vor der Registrierung sollte stets eine gründliche Überprüfung stattfinden, um Konflikte mit bereits bestehenden Rechten zu vermeiden. Ein solcher Schutz gilt in der Regel für zehn Jahre und lässt sich immer wieder erneuern.

Die Marke im B2B

Strategisches Vertrauen: Warum die Marke im B2B den Ausschlag gibt

 

Im Gegensatz zum Endkonsumentengeschäft sind Entscheidungen im B2B-Sektor oft durch langwierige Prozesse und eine hohe Komplexität geprägt. Hier ist eine Marke weit mehr als nur eine optische Hülle; sie repräsentiert das gesamte Geflecht aus den Erfahrungen, Erwartungen und der Zuverlässigkeit, die ein Geschäftspartner mit einem Unternehmen verbindet. In einem Umfeld, in dem hohe Investitionen und langfristige Kooperationen die Regel sind, fungiert eine starke Marke als entscheidender Sicherheitsanker, der Risiken minimiert und die Auswahlprozesse für Einkäufer erheblich vereinfacht. Der Aspekt des Vertrauens dominiert, weil die Käufe nicht nur viel kosten, sondern häufig langfristige Bindungen an einen Anbieter beinhalten - entsprechend spielt auch das Vertrauen in ihn (und nicht nur in sein Produkt) eine wichtige Rolle. B2B-Marken sind weniger mit Lifestyle aufgeladen. Sie wirken, besonders in Deutschland, insgesamt geerdeter, ruhiger und ernster als ihre flippigen Geschwister im B2C.

 

Die Psychologie der Entscheidung: Zwischen Ratio und Emotion

 

Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass im B2B-Bereich ausschließlich rationale Fakten zählen. Tatsächlich spielen psychologische Aspekte eine gewichtige Rolle und beeinflussen etwa jede fünfte Kaufentscheidung. Besonders der sogenannte „Anker-Effekt“ verdeutlicht dies: Eine erste positive Erfahrung mit einem Anbieter prägt alle folgenden Interaktionen so stark, dass Kunden selbst bei objektiv besseren Konkurrenzangeboten oft dem bewährten Partner treu bleiben. Emotionale Bindung schafft eine loyale Basis, die über reine Produktmerkmale hinausgeht.

 

Glaubwürdigkeit durch einheitliches Auftreten

 

Damit eine B2B-Marke ihre volle Wirkung entfalten kann, ist absolute Beständigkeit über alle Kontaktpunkte hinweg erforderlich. Das bedeutet, dass nicht nur das Design, sondern auch die Kernbotschaften und das Verhalten der Mitarbeiter – vom Erstkontakt bis zum Service nach dem Kauf – ein stimmiges Gesamtbild ergeben müssen. Diese Konsistenz ist das Fundament für Glaubwürdigkeit. Viele Unternehmen zeigen, dass der Fokus auf tiefe Kundenbeziehungen und ein einheitliches Informationsangebot über verschiedene Kanäle hinweg der Schlüssel zu einer dominierenden Marktstellung ist.

 

Digitaler Vorsprung und Expertenstatus

 

In der modernen Geschäftswelt findet Markenbildung zunehmend im digitalen Raum statt. Es reicht nicht mehr aus, nur präsent zu sein; Unternehmen müssen durch hochwertige Inhalte ihre fachliche Kompetenz beweisen. Formate wie Fachstudien, Webinare oder Whitepapers bieten potenziellen Kunden einen echten Mehrwert und etablieren den Anbieter als Vordenker („Thought Leader“) in seiner Branche. Moderne Technologien wie interaktive Erklärvideos oder AR-Anwendungen können zudem dabei helfen, erklärungsbedürftige Maschinen oder Dienstleistungen greifbar zu machen und den Vertriebsprozess zu beschleunigen.

 

Die Marke als Magnet für Fachkräfte

 

Ein oft unterschätzter Vorteil einer starken B2B-Marke ist ihre Wirkung auf den Arbeitsmarkt. Gerade für spezialisierte Weltmarktführer, die in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sind, ist ein gezieltes „Employer Branding“ essenziell, um hochqualifizierte Talente anzuziehen. Wenn die Werte und die Philosophie eines Unternehmens klar kommuniziert werden, identifizieren sich potenzielle Mitarbeiter eher mit dem Betrieb, was die Personalgewinnung massiv erleichtert.

 

Erfolg messbar machen: KPIs im Markenmanagement

 

Um den Wert einer Marke im B2B-Bereich zu bestimmen, greifen Unternehmen auf spezifische Kennzahlen zurück.

  • Net Promoter Score (NPS): Er gibt Aufschluss darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass Kunden das Unternehmen weiterempfehlen, was ein direktes Signal für Markenloyalität ist.
  • Customer Lifetime Value (CLV): Dieser Wert misst den langfristigen wirtschaftlichen Nutzen einer Kundenbeziehung und zeigt auf, wie rentabel die Investitionen in die Markenbindung über Jahre hinweg sind.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine konsequente Markenstrategie im B2B ein unsichtbarer, aber mächtiger Wettbewerbsvorteil ist, der sowohl die Kundenbindung stärkt als auch das zukünftige Wachstum sichert.