Rezension Finanzwesir-Buch: Albert Warnecke holt die Tagesgeld-Sparer an die Börse

Neben Gerd Kommer dürfte der Finanzwesir Albert Warnecke der einflussreichste Passiv-Investieren-Vertreter im deutschsprachigen Raum sein. Hier rezensiere ich sein Buch und beschreibe zusätzlich meinen Eindruck nach einer intensiven Lektüre seiner Blogartikel.

Das Finanzwesir-Buch: Eine robuste Brücke an die Börse

Bei komplexen oder komplizierten Themen gibt es, so lernte ich von Gunter Dueck, drei unterschiedliche Präsentationswege, die ich im Folgenden nach ihrer Eleganz sortiert aufzähle, beginnend mit der geringsten:

 

Dumm einfach – Hochkomplex – Genial einfach

 

Geldanlage und Finanzen sind ein Paradebeispiel für dieses Schema:

Dumm einfach

Fast alles, was der Durchschnittsbürger darüber denkt und ein interessenkonfliktbehafteter Produktverkäufer sagt.

Hochkomplex

Äußerungen der Kapitalmarktforschung.

Genial einfach

Gerd Kommer und Albert Warnecke, der Finanzwesir, in seinem Buch.

Ganz nah am privaten Kleinanleger

Die entscheidende Leistung von Warnecke, in seinem Buch wie auf seinem Blog, in seinen Videos und Podcasts, besteht darin, das für viele Menschen mysteriöse Reich der Wertpapierbörse und allgemeinen Geldanlage mit einer Brücke für den normalen Sparer zugänglich zu machen und auszuleuchten – vollständiger auszuleuchten, also nicht nur die schönen Ausschnitte prall in den Fokus zu rücken. So entsteht ein ehrliches Gesamtbild. Und dann hilft er zusätzlich dabei, den Weg auch tatsächlich zu gehen.

 

Warnecke arbeitet sich die Investment-Pyramide hoch, beginnt also bei sehr fundamentalen, lebensphilosophischen Fragen – persönliche Situation, Werte, Ziele, Veränderungen – und berührt die sozialen wie psychologischen Aspekte des Sparens und Investierens. Warnecke weiß, wovon er spricht, er kennt es von sich selbst und der Community seines Blogs und seiner Vorträge. Statt sofort auf Produkte abzuheben, verdeutlicht er die Notwendigkeit einer passenden, stur zu exekutierenden Anlagestrategie.

 

Womit sich Passiv-Investieren- und ETF-Neulinge schwertun und wie man den gordischen Knoten zerhaut, das zeigt Warnecke ausführlicher und pragmatischer als viele andere Autoren. Seine Beispiele und Lösungen bewegen sich nahe an den Hürden der Anleger, immer so komplex wie nötig und so einfach wie möglich. Deshalb nehmen auch rein operative Fragen einen großen Platz ein.

 

Sehr eindrucksvoll, um eine kleine Einzelheit hervorzuheben, die ich so noch nicht gehört hatte, ist der kurze Einblick in die Welt der Aktiv-Fondsmanager gelungen. Der Laie versteht Herdenverhalten und Interessen weitaus besser, wenn er den prägnanten Ausführungen folgt.

Ein Finanzwesir aus dem Volk

Albert Warnecke schlägt, dafür lieben ihn seine Leser, einen bodenständigen Ton an, der sich anfühlt wie ein Gespräch mit einem kompetenten Freund oder Verwandten beim Bier. Er ist von Anfang an menschlich sehr nah, gibt auch Persönliches preis und man hat Lust, ihm weiter zu folgen. Da wird gescherzt und Klartext gesprochen, locker und kenntnisreich, ohne Schmeicheleien oder falsche Zurückhaltung.

 

Er zeigt dem Leser: Ich bin so wie du und kenne dich – habe aber ziemlich Ahnung von Mathe und wühle mich tiefer in eine Materie, biete außerdem über 20 Jahre Börsenerfahrung, die ich dir komprimiert und zugänglich aufbereite. Ich lebe, was ich predige.

Fazit

Sparen und passives Investieren mit ETFs ist der für Millionen von Normalbürgern hoffnungsvollste Weg zu echter Vermögensbildung für die private Altersvorsorge.

 

Wer als absoluter Neuling einen süffigen, fundierten Einstieg in eine pflegeleichte Langfrist-Geldanlage mit gutem Risiko-Rendite-Profil sucht, der wird wohl nichts Besseres finden als das Finanzwesir-Buch. Derart vorgewärmt, eignet sich Gerd Kommers Werbung „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“ in der jeweils aktuellsten Auflage als perfekte Aufbau- und Vertiefungs-Lektüre.

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Zum Finanzwesir-Buch


Du erfährst hier, wie ich persönlich passiv investiere.

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