Das Rebalancing des ETF-Portfolios

Das Rebalancing ist notwendig, um das gewünschte Risiko-Rendite-Profil des ETF-Portfolios beizubehalten. Denn das ist wichtig zu verstehen: Du musst dein Depot als Einheit betrachten und nicht jedes einzelne Investment separat, um das Risiko zu beurteilen.

Höchstens einmal pro Jahr setze ich mich hin, um die ursprünglich intendierte Verteilung der Anlageklassen wiederherzustellen, die sich im Laufe der Zeit durch unterschiedliche Marktentwicklungen und mein neu angespartes Vermögen verändert hat. Ich will, dass die einzelnen ETFs und mein sicherheitsorientierter Teil wieder die prozentuale Gewichtung aufweisen, die ich anfangs festgelegt habe.

 

Zunächst versuche ich, das Rebalancing über die Investition des neuen Geldes zu erreichen. Erst wenn das nicht ausreicht, schichte ich aktiv um. Denn Umschichten kostet zusätzliche Transaktionsgebühren, und die schmälern meine Rendite. Außerdem fallen Steuern an, die mir Kapital abziehen, das ich nicht mehr anlegen kann – ein nicht zu unterschätzender, netter Vorteil eines Buy-and-Hold-Portfolios ist der Steuerstundungseffekt, der meinen effektiven Steuersatz senkt.

 

Du kannst deine Rebalancing-Notwendigkeiten mit dieser Tabelle notieren:

Datum: Ist in € Soll in % Soll in € To Do
Gesamt   100  /  /
         
Sicherheitsorientierter Teil   20    
Giro-Konto   TBD    
Tagesgeld   TBD    
Ggf. Anleihen-ETF   TBD    
Depot-Verrechnungskonto   TBD    
Renditeorientierter Teil   80    
ETF: MSCI World   55    
ETF: MSCI World Small Cap   20    
ETF: MSCI Emerging Markets IMI   25    

Wichtig ist primär, dass mein Aktien-Anteil 80 % nicht überschreitet. Ob die Gewichtungen innerhalb des Aktien-Anteils präzise den Prozentangaben entsprechen, ist sekundär relevant. Hier schaue ich, ob die notwendigen Veränderungen in ihrer jeweiligen Summe groß genug wären, um die Transaktionsgebühren zu rechtfertigen.

 

Grundsätzlich möchte ich keine Kauf- und Verkauf-Aufträge unter 1.000 Euro ausführen. Und mit dem Umschichten, sprich: mit dem Verkauf von Anteilen, um andere zu erwerben, bin ich extrem zurückhaltend, aus den genannten Gründen.

Welche Rendite Rebalancing bringt

Der Rebalancing-Vorteil ist bedeutend, aber nicht unendlich groß – ich kenne Zahlen von etwa 0,5 % pro Jahr, bezogen auf das gesamte Portfolio –, weshalb ich marginale Ungleichgewichte nicht korrigiere. Jährlich oder zweijährlich reicht. Vielleicht ausnahmsweise auch nur alle drei Jahre, mal sehen. Ich rechne das nicht im Einzelnen aus, sondern entscheide es danach, ob ich mich mit meiner Asset Allocation noch wohlfühle oder nicht. Das ist kein besonders vorbildlicher Ansatz, aber er ist einfach.

 

Gerd Kommer erklärt das Renditeplus durch Rebalancing vor allem mit der Ausbeutung der Regression zum Mittelwert, was mir einigermaßen plausibel erscheint.

 

Wenn du bis zu dieser Stelle all Artikel der Serie gelesen hast, weißt du jetzt, in was ich wie investiere. Im nächsten Text der Serie erfährst du, in was ich alles nicht investiere und warum nicht.

 

Dieser Beitrag ist Bestandteil einer Serie über ein ETF-Weltportfolio zur Altersvorsorge.

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